Therapie: Sprache und Sprechen

Die verbale Kommunikation nimmt in unserem Leben eine wichtige Rolle ein. Sie bedeutet sozialen, kulturellen und emotionalen Austausch.

Die Sprache dient in unserem Leben also nicht allein der Informationsübermittlung sondern ist auch für die zwischenmenschlichen Beziehungen von großer Bedeutung. Die Sprache und das Sprechen kann in allen Altersklassen beeinträchtigt sein.

Neurologische Sprach- und Sprechstörungen

Wenn aufgrund einer neurologischen Erkrankung (Schlaganfall, Gehirntumor, Operation …) die Sprachzentren im Gehirn geschädigt sind, kann dies unterschiedliche Sprach- und Sprechstörungen zur Folge haben.

Darunter versteht man eine Sprachstörung auf Grund einer Hirnschädigung nach Abschluss des Spracherwerbs. Aphasische Störungen führen zu Problemen in verbaler Kommunikation und haben häufig enorme psycho-soziale Auswirkungen. Bei einer Aphasie können die Sprachproduktion, das Sprachverständnis, das Lesen und das Schreiben betroffen sein. Je nach Schweregrad ist die verbale Kommunikation eingeschränkt, oder sogar unmöglich.

Dysartrie ist eine Störung der Artikulation, Atmung und Stimmerzeugung aufgrund einer Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems. Das Verstehen ist in diesen Fällen meist nicht beeinträchtigt.

Störung der Aussprache (Dyslalie)

Eine Dyslalie ist eine Sprechstörung, das heißt, lediglich die Aussprache eines Kindes ist fehlerhaft und es sind keine weiteren Bereiche des Sprachsysthems, wie Sprachverständnis und Wortschatz, Satzbau und Grammatik betroffen.

Die normale Lautbildung sollte beim Kind mit 4 Jahren abgeschlossen sein. Zu diesem Zeitpunkt müssen alle Laute beherrscht werden. Häufig werden ein- oder mehre Laute jedoch über dieses Alter hinaus falsch gebildet, ausgelassen oder ersetzt. In diesem Fall sollte eine logopädische Abklärung erfolgen, damit eine eventuell erforderliche Therapie rechtzeitig begonnen werden kann.

Verzögerte Sprachentwicklung

Bis zum Ende des 3. Lebensjahrs sollte die sprachliche Entwicklung eines Kindes zum größten Teil abgeschlossen sein. In manchen Fällen kann es beim Spracherwerb allerdings zu Abweichungen von der altersgemäßen Norm kommen.

Sowohl verringertes Sprachverständnis, als auch ein eingeschränkter Wortschatz, fehlerhafte Artikulation und -Satzbildung, kann auf eine Sprachentwicklungsverzögerung hindeuten. Durch eine logopädische Begutachtung können eventuelle Teilleistungs- und Wahrnehmungsstörungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Schwierigkeiten bei der Satzbildung

Mit 4 Jahren sollte ein Kind grammatikalisch korrekte Sätze bilden können, wie ein Erwachsener.

Entsprechen die grammatikalischen Fähigkeiten im Jahr vor dem Schuleintritt nicht denen, der Altersgenossen, sollte eine logopädische Abklärung erfolgen und gegebenenfalls eine Therapie eingeleitet werden.